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Die Marc Chagall Fenster in St. Stephan, Mainz, Deutschland

Marc Chagall [a] (born Moishe Shagal; 6 July [O.S. 24 June] 1887 – 28 March 1985) was a Russian and French artist. An early modernist, he was associated with the École de Paris, as well as several major artistic styles and created works in a wide range of artistic formats, including painting, drawings, book illustrations, stained glass, stage sets, ceramics, tapestries and fine art prints.. Die Glasfläche aller neun von Marc Chagall geschaffenen Fenster im Ostchor und im Querhaus beträgt insgesamt 177,6 qm. (Text von Monsignore Klaus Mayer, zitiert aus dem „Kleinen Kunstführer zu St. Stephan in Mainz”, Verlag Schnell & Steiner, 16. erweiterte Auflage 2012) Bildnachweis: Chagall, Marc/Marq, Charles, Mittelfenster, Der Gott der.

Die katholische Pfarrkirche Sankt Stephan in Mainz wurde 990 von Erzbischof Willigis auf der höchsten Erhebung der Stadt gegründet. Auftraggeberin der Stephanskirche war höchstwahrscheinlich die Kaiserwitwe Theophanu. Willigis wollte mit ihr die Gebetsstätte des Reiches schaffen. Das weist bereits die Namenswahl aus: Stephan bedeutete ursprünglich im Altgriechischen Στέφανος „Kranz“; „Krone“ („die Stadtkrone“ oder „die Reichskrone“).

In der Kirche war ursprünglich ein Kollegiatstift untergebracht. Der Propst des Stiftes verwaltete eines der Archidiakonate (mittelalterliche Organisationseinheit, ähnlich den heutigen Dekanaten) des Erzbistums Mainz.

Bau

Der heutige Bau datiert jedoch aus späterer Zeit. Erzbischof Bardo ließ die zunächst aus Holz errichtete Kirche ab 13. April 1043 in Stein ausführen. Um 1267 wurde ein Nachfolgebau begonnen, der um 1340 fertiggestellt wurde. Dieser behielt die Vorgaben des Grundrisses des Willigis-Baus und damit die Ausgestaltung als Doppelchoranlage bei. St. Stephan ist damit die älteste gotische Hallenkirche am Mittelrhein und die nach dem Mainzer Dom bedeutendste Kirche der Stadt Mainz.

Von 1462 bis 1499 wurde der Kreuzgang an die Südseite angefügt. Im Osten der Pfarrkirche liegt der Willigisplatz.

In der Barockzeit wurden die Innenräume von St. Stephan dem Zeitstil entsprechend ausgestaltet. 1857 explodierte ein nahegelegener Pulverturm (Mainz war im 19. Jahrhundert Bundesfestung), wodurch die barocke Ausstattung der Kirche verloren ging. Von Oktober 1813 bis Januar 1814 diente der große Glockenturm auch als Signalstation der optischen Telegraphenlinie nach Metz. Von 1816 bis zu seinem Tod im Jahr 1874 amtierte hier Johann Peter Merz als Pfarrer.

Während der Luftangriffe auf Mainz im Zweiten Weltkrieg wurde St. Stephan schwer beschädigt. Bei dem großen Luftangriff am 27. Februar 1945 wurden auch die Glocken zerstört. Der große Westturm musste danach in einem komplizierten Verfahren restauriert werden. Nicht wiederhergestellt wurden die Gewölbe von Langhaus und Chor, die nun durch eine flache Holzdecke ersetzt sind. Eine Wiederherstellung der Gewölbe wäre aber nach wie vor möglich.

In seiner heutigen Form ist St. Stephan eine dreischiffige gotische Hallenkirche mit Chören im Osten und Westen sowie mit einem großen achteckigen Glockenturm über dem Westchor.

Ausstattung

Der Kirchengründer Willigis wurde in der von ihm gegründeten Kirche 1011 begraben. Die genaue Grabstätte ist durch den Umbau nicht mehr feststellbar.

Nach der Pulverturmexplosion und den Kriegszerstörungen sind vor allem die Altarmensa aus dem 13. Jahrhundert sowie der große Tabernakel (um 1500) erhalten.

Chagall-Fenster

Einzigartig in Deutschland sind die Fenster der Stephanskirche, die ab 1978 von Marc Chagall gestaltet wurden. Er wollte sie als Beitrag zur jüdisch-deutschen Aussöhnung verstanden wissen. Der damalige Pfarrer von St. Stephan, Monsignore Klaus Mayer, gewann ihn als Künstler. Bis zu seinem Tod 1985 schuf Chagall insgesamt neun Fenster für den vorderen Teil der Kirche.

Vor einem in verschiedenen leuchtenden Blautönen gehaltenen Hintergrund zeigen sie biblische Gestalten und Ereignisse. Eine der bekanntesten Szenen stellt die Versuchung von Adam und Eva im Paradies dar. Chagall entwarf die Glasgemälde und führte auch die Schwarzlotmalerei eigenhändig aus. Es sind die letzten Kirchenfenster, die er schuf. Nach seinem Tod wurde die Arbeit an den restlichen Fenstern in St. Stephan von Charles Marq fortgesetzt, der als Seniorchef des Glasateliers Jacques Simon in Reims 28 Jahre lang mit Marc Chagall zusammengearbeitet hatte.

2014 wurden im New Yorker Auktionshaus Sotheby’s die Entwurfsskizzen versteigert. Drei in verschiedenen Blautönen gehaltene Vorlagen für die Langhausfenster wurden nachträglich von einer privaten Unternehmerstiftung für St. Stephan erworben; sie waren 2017 in der Kirche St. Stephan zu besichtigen. Ausgestellt sind nun Reproduktionen der Skizzen; die Originale befinden sich im Dommuseum.

Mit dem Erstausgabetag 2. November 2018 gab die Deutsche Post AG in der Serie Weihnachten ein Postwertzeichen im Nennwert von 70 Eurocent heraus. Die Briefmarke zeigt das Kirchenfenster Maria mit dem Kinde. Der Entwurf stammt vom Grafiker Detlef Behr aus Köln.

Glocken

Aus der Werkstatt von Konrad Gobel stammten zwei Glocken von 1544 und 1545. Verloren gingen beim großen Luftangriff alle fünf Glocken, die bei dem Brand des Glockenturms schmolzen. Als Glockenersatz diente lange Zeit die Beatrix-Glocke aus der zerstörten Kirche St. Emmeran in Mainz. Die 1493 gegossene Glocke ist die drittälteste Glocke der Stadt Mainz. Sie trägt die Inschrift:

+ Anno + domini + m + cccc + xciii + jar + sant + beadrix + glocke + heis + ich + peter + zur + glocken + zu + spier + gos + mich +

Durch eine Spende des Mainzer Technologiekonzerns Schott erhielt St. Stephan 2008 drei neue Glocken. Am 27. Februar 2009, dem Gedenktag der Bombardierung von Mainz im Zweiten Weltkrieg, läuteten alle Glocken erstmals zusammen.

Eine fünfte Glocke, das „Lumpenglöckchen“, musste im Ersten Weltkrieg 1917 abgeliefert werden, wurde jedoch nicht eingeschmolzen, sondern kam in ein Museum. In den 1950er Jahren wurde es in der Karmeliterkirche in Mainz aufgehängt und 2015 dort ersetzt. Seit 2018 hängt die Renaissance-Glocke von 1617 im Geschoss der ehemaligen Türmerwohnung in einem Holzglockenstuhl und kann nur solistisch von Hand geläutet werden. Die Glocke wurde vom lothringischen Wandergießer Johann Bertelt in Mainz gegossen. Sie wiegt 110 kg und klingt mit dem Ton g″.

Orgel

Bis zum 1. März 2013 befand sich in der Kirche nur eine sehr kleine Pfeifenorgel mit elf Registern im nördlichen Querhaus. Erst rund 65 Jahre nach Kriegsende ging man daran, den Wunsch nach einem angemessenen Instrument in die Tat umzusetzen. Die heutige Orgel in St. Stephan wurde von Klais Orgelbau erbaut. Das dreimanualige Instrument hat 46 Register, davon drei Transmissionen, 3006 Pfeifen und eine elektronische Setzeranlage mit Sequenzern. Die Spieltrakturen und Koppeln sind mechanisch, die Registertrakturen elektrisch. Die Orgelweihe fand am 1. März 2013 durch Karl Kardinal Lehmann, Bischof von Mainz, statt. Seit 1. Februar 2026 ist Alexander Grün dort Organist.

  • Koppeln: II/I, III/l, III/II, I/P, II/P, III/P, III 4′/P
  • Anmerkungen:
  • Anmerkung zu den 32′-Registern: Ein Satz von zwölf Pfeifen 10 2⁄3′ bedient sowohl Register 38 als auch Register 39, um einen 32′-Differenzton zu erzeugen.
  • Höhe: 14,7 m, Gewicht: 17 t.

Annahaupt

In der Kirche wurde von 1212 bis zu einer Renovierung im Jahr 1500 eine Reliquie aufbewahrt, die der heiligen Anna zugeschrieben wurde. Das so genannte Annahaupt ist ein handtellergroßes Stück einer menschlichen Hirnschale, eingelassen in einem silbernen Büstenreliquiar aus dem 14. Jahrhundert. Heute befindet es sich in Düren.

Bilder des Kreuzgangs

Literatur

  • Jürgen Breier (Hrsg.): Die neuen Glocken für St. Stephan. Im Feuer zerstört, aus dem Feuer geboren. Bocom-Verlag Bonewitz, Mainz 2009, ISBN 978-3-9811590-7-3.
  • Rolf Dörrlamm, Susanne Feick, Hartmut Fischer, Hans Kersting: Mainzer Zeitzeugen aus Stein. Baustile erzählen 1000 Jahre Geschichte. Verlag Hermann Schmidt, Mainz 2001, ISBN 3-87439-525-1.
  • Alois Gerlich: Das Stift Sankt Stephan zu Mainz. Beiträge zur Verfassungs-, Wirtschafts- und Territorialgeschichte des Erzbistums Mainz (= Jahrbuch für das Bistum Mainz. Ergänzungsband 4). Matthias-Grünewald-Verlag, Mainz 1954 (zugleich Dissertation, Universität Mainz 1948).
  • Josef Heinzelmann: Spuren der Frühgeschichte von St. Stephan in Mainz. Ein Beitrag zu einer noch nicht geführten Diskussion. In: Archiv für mittelrheinische Kirchengeschichte. Band 56, 2004, S. 89–100. 
  • Regina Heyder, Barbara Nichtweiß (Hrsg.): Willigis von Mainz – Umfeld, Wirkung, Deutung. Beiträge zum Willigis-Jubiläum in St. Stephan. Echter-Verlag, Würzburg 2014, ISBN 978-3-429-03795-6.
  • Helmut Hinkel (Hrsg.): 1000 Jahre St. Stephan in Mainz. Festschrift (= Quellen und Abhandlungen der mittelrheinischen Kirchengeschichte. Band 63). Gesellschaft für Mittelrheinische Kirchengeschichte, Mainz 1990 (Digitalisat).
  • Susanne Kern: Steinernes Mosaik des Todes. Die Inschriften des Stiftes St. Stephan in Mainz. Schnell & Steiner, Regensburg 2017, ISBN 978-3-7954-3121-1.
  • Susanne Kern: Die ehemalige Stiftskirche St. Stephan in Mainz (= Kulturhistorische Beiträge. Band 1). Schnell & Steiner, Regensburg 2021, ISBN 978-3-7954-3465-6.
  • Helmut Mathy: Tausend Jahre St. Stephan in Mainz. Ein Kapitel deutscher Reichs- und Kirchengeschichte. Mit einem Anhang über die letzte Visitation des Stiftes 1780/1781 (= Aurea Moguntia. Band 4). Philipp von Zabern, Mainz 1990, ISBN 3-8053-1189-3.
  • Klaus Mayer, Marc Chagall: Die Chagall-Fenster zu St. Stephan in Mainz. Echter, Würzburg.
    • Band 1: Der Gott der Väter. Das Mittelfenster. 10. Auflage 1993, ISBN 3-429-00573-6.
    • Band 2: Ich stelle meinen Bogen in die Wolken. Die flankierenden Mittelfenster. 9. Auflage 1994, ISBN 3-429-00616-3.
    • Band 3: Herr, mein Gott, wie groß bist du! Die seitlichen Fenster. 6. Auflage 1994, ISBN 3-429-00739-9.
    • Band 4: Die Himmel der Himmel fassen dich nicht. Die Querhausfenster. Brief an meinen Freund. 3. Auflage 1995, ISBN 3-429-01001-2.
  • Klaus Mayer: St. Stephan in Mainz (= Kleine Kunstführer. Nummer 523). 15., erweiterte Auflage, Schnell & Steiner, Regensburg 2009, ISBN 978-3-7954-4311-5.
  • Anna Neovesky: St. Stephan virtuell – ein internetgestützter Panoramarundgang durch die Mainzer Stephanskirche – Entwicklung und Umsetzung eines Projektes im Bereich der digitalen Geisteswissenschaften. In: Skriptum. 2, 2012, Nr. 2, urn:nbn:de:0289-2012110220 (Ein- und Überblick zum Webprojekt St. Stephan virtuell inklusive Entwicklung des virtuellen Rundganges und der Symbiose von Webdesign, Applikationsprogrammierung und ‚traditioneller‘ Geschichtswissenschaft).
  • Stefan Schmitz (Hrsg.): St. Stephan in Mainz – Krone der Stadt: eine Gemeinde im Wandel. Bonewitz, Bodenheim 2013, ISBN 978-3-9813999-4-3.

Filmdokumentation

  • Die Chagall-Fenster in Mainz. TV-Dokumentation von Marcel Schilling aus der Reihe Schätze des Landes. Deutschland 2007, SWR Fernsehen, 30 Minuten

Weblinks

  • Weitere Informationen auf der Internetplattform des Bistums Mainz
  • Virtueller Rundgang durch den Kreuzgang der Kirche
  • Archivalien zu St. Stephan im Hessischen Hauptstaatsarchiv, Wiesbaden
  • Kirchturm Pfarrkirche St. Stephan – »Signalstation« mit besten Aussichten von Daniela Tratschitt in Der Mainzer; Heft 264 vom September 2012

Einzelnachweise


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Vor 40 Jahren Das erste ChagallFenster

Vor 40 Jahren Das erste ChagallFenster der Mainzer StephansKirche


Die Sonne Chagall Fenster in St.

Die Sonne Chagall Fenster in St. Stephan in Mainz Foto & Bild


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DEU, Deutschland, Mainz, Fenster von Marc Chagall in der Stephans


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Mainz, Germany February 13, 2021 Stained

Mainz, Germany February 13, 2021 Stained glass windows by Marc


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St. Stephans Kirche Mainz Fenster von

St. Stephans Kirche Mainz Fenster von Chagall Chorfenste… Flickr


ChagallFenster St. Stephan Mainz (3) Dahlhoff

ChagallFenster St. Stephan Mainz (3) Dahlhoff Fotografie


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Die Marc Chagall Fenster in St.

Die Marc Chagall Fenster in St. Stephan, Mainz, Deutschland


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St. Stephan Kirche Mainz Die blauen Fenster von Marc Chagall


Mainz, St. Stephan, die mittleren drei

Mainz, St. Stephan, die mittleren drei ChagallFenster (th… Flickr


Vitrail de Marc Chagall à l'église

Vitrail de Marc Chagall à l’église St Stephan de Mainz Deutchland


Stained Glass Windows by Marc Chagall

Stained Glass Windows by Marc Chagall at St. Stephen’s Church, Mainz

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