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Das Karussell Rainer Maria Rilke (18751926) Moderne musik YouTube

Rainer Maria Rilke The carousel Jardin de Luxembourg (Das Karussell – Jardin du Luxembourg) German Literature 1906 German poetry translated into English Rainer Maria Rilke (4 December 1875 – 29 December 1926) was a Bohemian-Austrian poet and novelist. Rainer Maria Rilke is “widely recognized as one of the most lyrically intense German-language poets “. Rainer Maria Rilke wrote both.. Das Karussell Jardin du Luxembourg Mit einem Dach und seinem Schatten dreht sich eine kleine Weile der Bestand von bunten Pferden, alle aus dem Land, das lange zögert, eh es untergeht. Zwar manche sind an Wagen angespannt, doch alle haben Mut in ihren Mienen; ein böser roter Löwe geht mit ihnen und dann und wann ein weißer Elefant. Sogar ein Hirsch ist da, ganz wie im Wald, nur dass er.

Das Karussell ist eines der bekanntesten Gedichte von Rainer Maria Rilke. Im Pariser Jardin du Luxembourg betrachtet das lyrische Ich das Kreisen eines Kinderkarussells.

Das Gedicht entstand 1906 in Paris und zählt in der Literaturwissenschaft zu den sogenannten Dinggedichten.

Text

Literarische Einordnung

Charakteristisch für Dinggedichte treten auch in Das Karussell die Sprechinstanz und ihre Selbstreflexion hinter die Darstellung eines Gegenstandes zurück, die weitgehend für sich spricht. Um die Jahrhundertwende bewegt sich Rilke in einer Gegenströmung zum Naturalismus, die an impressionistische und symbolistische Ideen anknüpft. Anders als die naturalistische Darstellung sucht Rilke, Eindrücke des Moments festzuhalten, verwischt durch Bewegung, teilweise reduziert auf Farben und Details. Rilkes Das Karussell geht aber über die impressionistische Darstellung optischer Eindrücke hinaus: Die Gegenstände verweisen symbolisch nicht auf anderes, sondern auf ihr inneres Wesen, so als spräche das Ding selbst.

Die Neuen Gedichte aus dem Jahre 1907, zu denen Das Karussell gehört, entstanden während Rilkes Paris-Aufenthalt von 1905/06. Rilke arbeitete hier als Sekretär des Bildhauers Auguste Rodin und war von den Entwicklungen der bildenden Kunst in seiner Umgebung beeinflusst.

Formale Betrachtung

In formaler Hinsicht lässt sich „Das Karussell“ als ein umfänglich erweitertes Sonett beschreiben, bei dem die zusätzlichen Verse den Gegenstand des Gedichts, das sich drehende Karussell, auch auf formaler Ebene gestalten helfen.

Das Kernsonett besteht dabei aus den Versen 1–14. Die beiden Quartette dieses Sonetts sind nicht, wie üblich, durch eine Leerzeile getrennt; der Satzschluss am Ende von V4 und das einleitende „Zwar“ in V5 erzeugen dennoch den Eindruck zweier getrennter Versgruppen von jeweils vier Versen. Das Reimschema ist nicht das klassische abba – abba; die Sonette aus Rilkes Gedichtsammlung „Neue Gedichte“, in der sich auch „Das Karussell“ findet, weisen aber alle freiere Reimanordnungen auf, und „Blaue Hortensie“ verwendet das gleiche Schema wie V 1-8 in „Das Karussell“: abba – bccb. Die beiden Terzette des Kernsonetts sind dargestellt wie gewohnt; in der Reimanordnung fallen V10 und V13 auf: V13 verwendet einen der Quartettreime erneut (für gewöhnlich werden in den Terzetten neue Reime verwendet), und das „drüber“ aus V10 hat in V 1-14 überhaupt keine Entsprechung, wird aber von Rilke genutzt, um im Weiteren die Brücke zu schlagen zu den restlichen Versen des Gedichts.

V15 wiederholt V8 und verweist dadurch inhaltlich auf die Drehbewegung, das Kreisen des Karussells; im Bezugsrahmen des Sonetts könnte man die Verse 1–15 als ein Schweifsonett auffassen.

Die Verse 16-18 nehmen das Kreisen des Karussells dann auch formal auf, indem ein neues Quartett erscheint, also gleichsam der Anfang der Sonettbewegung wiederholt wird; die Reime sind dabei Reime, die schon in den Terzetten des Kernsonetts vorkamen, was die Gedichtteile fest miteinander verknüpft. Es wird nun allerdings kein ganzes Sonett angefügt, sondern es bleibt bei einem Quartett, dessen letzter Vers dabei metrisch auffällig ist: Statt des dem Gedicht zugrundeliegenden, stetig voranschreitenden fünfhebigen Jambus finden sich hier aufgrund zweier versetzter Betonungen zwei Choriamben – „schauen sie auf“, „irgendwohin“ –, die auch auf der Ebene der Versfüße das Kreisende und Wiederholende verwirklichen.

V20 leistet diesen Verweis inhaltlich durch die Wiederholung von V8 und V15.

Die sieben Schlussverse des Gedichts verwirklichen die Kanzonenform, für die auch das Sonett ein Beispiel ist: Auf einen Aufgesang aus zwei gleichgebauten Stollen folgt ein Abgesang, der für gewöhnlich länger ist als einer der Stollen, aber kürzer als der gesamte Aufgesang. Die Reime unterscheiden sich dabei in Auf- und Abgesang, und manchmal kommt auch ein Wechsel im Metrum hinzu. Ein bekanntes Beispiel für eine Strophe in dieser Bauart ist die Lutherstrophe.

Im Schlussteil von „Das Karussell“ bilden V21-22 den ersten Stollen und V23-24 den zweiten Stollen; der Satzschluss am Ende von V22 trennt die beiden Teile deutlich. An diesen Aufgesang schließt sich mit V25-27 ein Abgesang an, der zwar die gleichen Reime verwendet, aber inhaltlich und im Satzbau abgesetzt ist.

Formal wiederholt der Schlussteil also den Bau des Anfangs, allerdings in verkürzter Form mit nur sieben statt mit 14 Versen; diese Verkürzung könnte man als formale Entsprechung des „eilt sich“ aus V21 auffassen.

Die erhöhte Geschwindigkeit wird aber auch durch die verkürzten Abstände vermittelt, in denen der weiße Elefant auftaucht, weiterhin durch die stärker rhythmisierte Sprache. Die endlose Drehbewegung wird auch durch das Enjambement einzelner Verse formal zum Ausdruck gebracht. Die drei Punkte am Ende des Gedichts stehen für die zu erwartende Fortsetzung dieser Drehbewegung. Auch das gleichmäßige Versmaß unterstützt die Darstellung des kreisenden Karussells (fast durchgängig 5-hebiger Jambus).

Zusätzlich wird die häufig wiederholte Konjunktion „und“ zur Darstellung der Kreisbewegung eingesetzt, zum Teil zusätzlich als Anapher.

Es entsteht ein Gesamtbild aus zunächst additiv aneinandergereihten Details („und“), die zunächst in der langsamen Drehbewegung jeweils für sich stehen, sich dann aber zu einem Gesamtbild aus Farbimpressionen und aufblitzendem Lächeln der kleinen Gesichter am Ende des Gedichts mischen. Diese Beschleunigung des Karussells wird in den letzten beiden Strophen durch die Wortwahl („vorüber“, „Pferdesprunge“, „Schwunge“, „eilt sich“, „vorbeigesendet“), durch abgebrochene Sätze und einen Wechsel im Reimschema vermittelt.

Interpretation

Inhaltlich konfrontiert das Gedicht die Perspektive des erwachsenen Betrachters mit der phantasievollen Welt der Kinder. Geblendet von der Schönheit der Kinderwelt weiß der Erwachsene gleichzeitig um deren Begrenztheit:

von bunten Pferden, alle aus dem Land,
das lange zögert, eh es untergeht. (V. 3 f.)

Das Leben der Kinder, dessen Ausstrahlung gerade im Selbstbezug, in fehlenden Zielen und Blicken auf sich selbst begründet liegt, fasziniert den Flaneur, der es beobachtet. Im Gedicht ist das „atemlose, blinde Spiel“ der Kindheit in verschiedenen Bildern festgehalten. Da ist zunächst einmal das Karussell und seine Drehbewegung als übergreifende Metapher für das „Land, das lange zögert, eh es untergeht“. Im Detail sind es dann die Kinder, die ganz in die Phantasie eintauchen, auf einem Hirsch reiten, „ganz wie im Wald“, oder Mut und Angst erleben wie der kleine Junge auf dem „bösen roten Löwen“. Eine spezifische Perspektive des distanzierten Betrachters ist die Gesichtslosigkeit der glücklichen Kinder, ein „kaum begonnenes Profil“ (V. 24). In ihrem Spiel erscheinen sie nicht als kleine individuelle Erwachsene, sondern als Symbolfiguren der Kindheit überhaupt.
Die Symbolik der Farben lässt einigen Raum für subjektive Interpretationen. Stellt sich dem literarisch Gebildeten „das kleine blaue Mädchen“ auf dem Hirsch als romantische Figur dar, sind hier vielleicht auch andere Interpretationen möglich.

Ein anderes Symbol ist der weiße Elefant, der zum einen die Drehbewegung des Kinderkarussells vermittelt, andererseits aber auch für besondere Ereignisse in der Kindheit stehen könnte. Das Weiß des Elefanten könnte die Unschuld der Kindheit symbolisieren. Auch hier gibt es Spielraum für Interpretationen.
Einige Aspekte werden durch Alliterationen hervorgehoben, wie die Wirkung der Tiere auf die Kinder:

doch alle haben Mut in ihren Mienen; (V. 6)
dieweil der Löwe Zähne zeigt und Zunge. (V. 14)

In der Fachliteratur wird unter anderem die Stellungnahme des Gedichts zum Phänomen der Kindheit unterschiedlich gewertet. Teilweise wird eher die Erwachsenenperspektive pointiert, indem man das Glück der Kindheit – und damit jedes selbstvergessene Spiel – als Illusion „demaskiert“, zum Teil wird die Selbstbezogenheit und Phantasie der Kinderwelt der Erwachsenenwelt als „wahre“ Welt gegenübergestellt, deren Glück uns blendet. Einigen Interpretationen erscheint das Karussell als Metapher für jegliche Art selbstvergessenen Spiels.

Zentral für die Analyse könnten hier die älteren Mädchen sein, die noch einmal in die Welt der Kinder eintreten wollen, aber – fast wie die Erwachsenen – nicht mehr in der Lage sind, sich dem „blinden Spiel“ ganz hinzugeben und „aufschauen, irgendwohin, herüber“, in die Welt der Erwachsenen.

Charles Garnier hat jenes Kinderkarussell entworfen, welches Rilke inspirierte. Das Karussell wird zum Sinnbild des Lebens in seiner ziellosen, aber ständigen Bewegung, in der die immer gleichen Bilder wiederkehren, ähnlich Nietzsches Ewiger Wiederkunft. Auch nutzt Rilke die Wahrnehmungspsychologie, indem zunächst die Farben präzise zugeordnet werden wie bunte Pferde, roter Löwe, weißer Elefant, schließlich lösen sich die Farben von den „Dingen“ gleich einer Geschwindigkeitszunahme- die Farben verschwimmen.

Literatur

  • Durs Grünbein: Ein kleines blaues Mädchen. Zu Rainer Maria Rilke Das Karussell. Detmold 2007, ISBN 3-9807248-8-3.
  • Wolfram Groddeck: Gedichte von Rainer Maria Rilke. Interpretationen. Reclam, Ditzingen Oktober 1999, ISBN 3-15-017510-0.
  • Bernhardt, Rüdiger: Rainer Maria Rilke – Das Lyrische Schaffen. Bange Verlag, Hollfeld 2012.
  • Kammasch, Tim: On the Turn of Architecture, in: Camenzind (Nr. 7) 2010, S. 42–49, ISSN 1663-3350.

Vertonungen

  • Claus Boysen spricht das Gedicht
  • Überfliessende Himmel – Rilke Projekt Vol. 3 (Audio-CD), Random House Audio, März 2004, ISBN 3-89830-695-X.
  • Will Quadflieg spricht Rilke – Gedichte aus: Das Stundenbuch – Mir zur Feier – Das Buch der Bilder – Sonette an Orpheus – Neue Gedichte – Gedichte aus dem Nachlass, Audio-CD
  • Im dritten Abschnitt der Kantate „Gedanken über die Zeit“ aus dem Jahr 1999 vertonte Helmut Barbe das Gedicht.
  • Reinhardt Repkes Club der Toten Dichter auf dem Album Eines Wunders Melodie (Rainer Rilke neu vertont), Zug Records 2010, Audio-CD

Weblinks

  • Ursula Weinsheimer, Symbolismus (MS Word; 51 kB)
  • Analyse der Form
  • Fotos vom originalen Karussell, die sogenannte „manege“ von Charles Garnier (gebaut 1879), welches Rilke im Jardin du Luxembourg gesehen hat und zu dem berühmten Gedicht inspirierte

Einzelnachweise


“Das Karussell” von Rainer Maria Rilke. Analyse und Interpretation


Das Karussell von Rainer Maria Rilke

Das Karussell von Rainer Maria Rilke


Rainer Maria Rilke Das Karussell (2017)

Rainer Maria Rilke Das Karussell (2017) YouTube


DAS KARUSSELL (von Rainer Maria Rilke)

DAS KARUSSELL (von Rainer Maria Rilke) YouTube


Gedichtinterpretation in der Schule Das Karussell

Gedichtinterpretation in der Schule Das Karussell von Rainer Maria


[Learn German with Poetry] Das Karussell

[Learn German with Poetry] Das Karussell // Rainer Maria Rilke YouTube


Buy Gedichtanalyse zu Das Karussell (1906)

Buy Gedichtanalyse zu Das Karussell (1906) von Rainer Maria Rilke Book


Analyse und Interpretation des Gedichts „Das

Analyse und Interpretation des Gedichts „Das Karussell“ Grin


Rainer Maria Rilke Gedicht Das Karussell

Rainer Maria Rilke Gedicht Das Karussell


Das Karussell von Rainer Maria Rilke

Das Karussell von Rainer Maria Rilke


Das Karussell (Interpretation)

Das Karussell (Interpretation)


Das Karussell/ The Carousel by Rainer

Das Karussell/ The Carousel by Rainer Maria Rilke/ Illustrations by


Rainer Maria Rilke Das Karussell Nadine

Rainer Maria Rilke Das Karussell Nadine Maria Schmidt &


DAS KARUSSELL • Das Gedicht von

DAS KARUSSELL • Das Gedicht von Rainer Maria Rilke • gelesen von Harald


Rainer Maria Rilke „Das Karussell“ YouTube

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Das Karussell Rilke Stundenentwurf + Material

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Das Karussell Von Rainer Maria Rilke

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Rainer Maria Rilke Gedicht Das Karussell

Rainer Maria Rilke Gedicht Das Karussell


Das Karussell Von Rainer Maria Rilke

Das Karussell Von Rainer Maria Rilke


Das Einhorn von Rainer Maria Rilke

Das Einhorn von Rainer Maria Rilke Kurzinterpretation

Das Karussell Das Gedicht „ Das Karussell ” stammt aus der Feder von Rainer Maria Rilke. Jardin du Luxembourg Mit einem Dach und seinem Schatten dreht sich eine kleine Weile der Bestand von bunten Pferden, alle aus dem Land, das lange zögert, eh es untergeht. Zwar manche sind an Wagen angespannt, doch alle haben Mut in ihren Mienen;. Das Karussell Rainer Maria Rilke Aufnahme 2008 Jardin du Luxembourg, Paris Mit einem Dach und seinem Schatten dreht sich eine kleine Weile der Bestand von bunten Pferden, alle aus dem Land, das lange zögert, eh es untergeht. Zwar manche sind an Wagen angespannt, doch alle haben Mut in ihren Mienen; ein böser roter Löwe geht mit ihnen